Dienstag, 6. März 2018

{rezension} Philip Pullman: Der goldene Kompass

 Titel: Der goldene Kompass
Autor: Philip Pullman
Reihe: His dark materials
Verlag: Carlsen Verlag
Ersterscheinung: 23. Dezember 2001
Länge: 448 Seiten
ISBN: 978-3551351234

 Klappentext:
In einer magischen Parallelwelt, in der Hexen den Himmel beherrschen und kämpfende Eisbären den eisigen Norden regieren, hält ein einziges Mädchen das Schicksal des gesamten Universums in ihren Händen. Als Lyra Belacqua ein goldener Kompass anvertraut wird, erfährt sie, dass ihre gesamte Welt - und auch die Welten darüber hinaus - von den geheimen Plänen des Magisteriums, angeführt von der düsteren Mrs. Coulter, bedroht wird. Unterstützt von Lord Asriel und einer kleinen Gruppe Verbündeter begibt sich Lyra auf eine abenteuerliche Mission, in der Freundschaft, Mut und Tapferkeit auf eine harte Probe gestellt werden.

Meine Meinung:

Dies ist ein toller Auftakt in die Reihe mit einigen Storytwists. 

Der Gedanke, dass jeder Mensch einen tierischen Gefährten hat, der auf besondere Weise mit ihm verbunden ist, ist eigentlich ein sehr schöner Gedanke und so lässt "das Böse" natürlich nicht lange auf sich warten und testet mit dieser Verbindung so einiges.
Unsere Protagonistin Lyra hat mich leider zwischendurch immer wieder genervt, und zwar so richtig. Irgendwie schafft dieses Mädchen es immer wieder, einen Ausweg aus einer ausweglosen Situation zu finden. Ich werd fast geschnappt? Ach, macht nichts, ich hau einfach über die Hintertreppe ab. Gleich werde ich von meinem Daemon getrennt? Ach, so schlimm ist das nicht, das bekommen die sowieso nicht hin, bevor ich mit Pan abgehauen bin... so könnte es immer weiter gehen...
Ja, ich mag starke Charaktere, besonders starke Frauencharaktere, aber sorry, Lyra hatte mir definitiv zu viel Selbstvertrauen für dieses Alter. Es ist einfach so, dass Lyra alles schafft, das sie sich vornimmt und Hindernisse und Rückschläge einfach hingenommen werden, weil sie ja sowieso weiß, dass sie eine Lösung findet. 
Dennoch fand ich die Charkterzeichnung im Großen und Ganzen gut, auch wenn einige Charaktere doch etwas flach waren. So, fand ich,  hätte Mrs Coulter noch etwas mehr gutgetan. Etwas mehr Auftrittszeit im Buch, etwas mehr Charakterbildung und auch etwas mehr gemeinsame Zeit mit Lyra, um Mrs Coulter wirklich kennen zu lernen.

Das Worldbuilding fand ich eigentlich ganz gut, wobei auch hier etwas mehr Zeit besser getan hätte. Die Welt hätte es verdient, etwas näher beschrieben zu werden, auch wenn man hier so mehr Freiraum für eigene Gedanken und Interpretation erhält. Dennoch bleiben so viele Dinge offen, unerklärt und unausgesprochen, dass man als Leser förmlich gezwungen wird, die Reihe weiter zu lesen, um mehr herauszufinden.

Der Schreibstil hat mir gut gefallen, das Buch war schnell und flüssig zu lesen und hatte auf mich auch so eine kleine Sog-Wirkung. Aber die vielen unklaren Elemente haben mir einen kleinen Dämpfer gegeben, sodass die Lust zum Weiterlessen wieder gesunken ist. Auch waren für meine Begriffe ein paar für ein Jugendbuch sehr brutale Szenen dabei, sodass ich zu einer Leseempfehlung ab ca. 12/13 Jahren tendieren würde.

Fazit:
Meine Meinung hört sich so an, als würde ich das Buch ganz scheußlich finden. Das ist aber überhaupt nicht so. Mir hat das Buch gut gefallen, es hat mich unterhalten und ich hatte Freude am Lesen. Ich werde die Reihe auch definitiv weiter lesen, ich weiß nur nicht, wie zeitnah 😉

❤❤❤❤ von mir.

Liebste Grüße, Wolfhound

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