Samstag, 24. März 2018

{rezension} Die Kleidermacherin von Nùria Pradas


Titel: Die Kleidermacherin
Autor: Nùria Pradas
Verlag: Penguin Verlag
Erscheinungsdatum: 14. November 2016
Länge: 400 Seiten
ISBN: 978-3328100775

Klappentext:
Barcelona, 1917. Die hübsche Laia tritt eine Anstellung als Verkäuferin im Textilgeschäft Santa Eulalia an, in dem ihre Mutter als Näherin arbeitet. Laia ist von den luxuriösen Stoffen und schönen Kleidern fasziniert – und von der eleganten Roser. Diese will aus dem traditionsreichen Unternehmen ihrer Familie das erste moderne Modehaus Spaniens machen. Allen sozialen Gegensätzen zum Trotz freundet Laia sich mit der privilegierten Roser an. Doch dann tritt der charismatische Ferrán in ihr Leben – eine Begegnung, die das Leben beider Frauen für immer verändert …

Meine Meinung:
Ich finde es schwierig, dieses Buch zu bewerten, da ich so meine Probleme damit hatte.
Zu Beginn hatte man noch Datumsangaben bei jedem Kapitel dabei, das aber im Verlauf des Buches irgendwann einfach weggelassen wurde. Eigentlich ist sowas für mich kein Problem, wenn ich denn mal weiß, in welcher Zeitebene der Roman spielt. Hier wird man aber vor eine besondere Herausforderung gestellt, da nicht nur von Kapitel zu Kapitel in Zeit und Ort gesprungen wurde, sondern auch innerhalb eines Kapitels, manchmal auch auf einer Seite. 
Auch finde ich den Klappentext etwas irreführend. Ich dachte, die Familie Molins mit ihrem Modehaus, besonders Roser, und Laia stehen im Mittelpunkt. Aber eigentlich geht es um das Leben von Laia und Roser spielt nur zu Beginn eine größere Rolle und wird im Verlauf immer mehr zu einem Nebencharakter. Auch hat Roser eigentlich so gar nichts mit dem Erfolg von Santa Eulalia zu tun...
Leider hat mir keiner der Charaktere so richtig gut gefallen, keiner war mir wirklich sympathisch und unsere Protagonistin Laia habe ich zwischendurch für ihre Handlungsweisen auch ein bisschen gehasst. 
Die Story plätscherte eine ganze Weile so dahin. In diesem ersten Drittel erfährt man viel über die Arbeit und Organisation eines Modehauses, was auch wirklich interessant war, aber dann wurde die Geschichte sehr von den Problemen Laias überlagert und das zweite Drittel war sehr zäh zu lesen. Das letzte Drittel wird dann nur noch vom spanischen Bürgerkrieg beherrscht, was historisch sehr interessant ist, aber die Geschichte des Modehauses sehr in den Hintergrund rücken lässt.
Die Autorin hat es leider nicht geschafft, dieses interessante Thema mit viel Potential gut umzusetzen, sodass man richtig Spaß am Lesen hat. Die Geschichte wird sehr trocken und distanziert erzählt, sodass man weder Sympathien noch Bindung zu den Charakteren aufbauen kann. Auch ist der Spannungsaufbau nicht sehr glücklich. Ich glaube nich nicht mal, dass es am Schreibstil liegt, denn eigentlich ist das Buch gut geschrieben, aber dennoch fehlt einfach das gewisse Etwas, das es benötigt, um mich an ein Buch zu fesseln.

Fazit:
Ein eigendlich gutes, solides Buch, das aber sehr viel Potential hat liegen lassen.

❤❤❤ von mir!

Liebste Grüße, Wolfhound 

1 Kommentar:

  1. Hallo!
    Ich habe das Buch schon vor längerer Zeit gelesen und habe mir - obwohl ich deiner Kritik zu 100% zustimme - eigentlich viel vom Inhalt gemerkt. Dabei ging es mir genauso...ich hatte mir viel mehr über das Modehaus gewünscht zu erfahren und der Abschnitt über den Sanischen Bürgerkrieg war zwar interessant, aber im Großen und Ganzen konnte mich der Roman nicht wirklich fesseln.
    Liebe Grüße
    Martina
    https://martinasbuchwelten.blogspot.co.at/

    AntwortenLöschen