Sonntag, 15. März 2015

Kernstaub von Marie Graßhoff

(Bild von amazon.de)
Marie Graßhoffs Autorenblog
822 Seiten
Erschienen: 13.05.2014 (E-Book)
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform (Taschenbuch)

Mara ist ein junges Mädchen, das mit ihrem großen Bruder und zwei Angestellten nach dem Tod ihrer Eltern in einem herrschaftlichen Haus wohnt. Sie ist relativ unscheinbar, hat wenig Selbstvertrauen und eine Uhrenphobie. Ihre beste Freundin ist das genaue Gegenteil von ihr. Deren Bruder Juan scheint nicht viel von Mara zu halten und zeigt dies der sowieso schon verunsicherten Mara bei jedem Besuch sehr deutlich.
Umso überraschender findet es Mara, dass sie plötzlich ohne augenscheinlichen Grund eine Nachricht von Juan bekommt. Und plötzlich ist nichts in ihrem jungen Leben mehr wie es einmal war…

Dieser Roman ist der Auftakt einer Trilogie, die episch werden könnte. Und das meine ich im positiven Sinne. Kernstaub einem Genre zuzuordnen ist recht schwierig, ich würde es am ehesten eine Dystopie nennen mit Science Fiction Einschlägen. Einige Gegebenheiten erinnern leicht an Matrix. Es werden verschiedenste Themen angesprochen. Im Zentrum steht aber die Zerstörung der Erde durch den Menschen, sei es durch Weltkriege, Kalten Krieg, Atombomben, Umweltverschmutzung oder auch einfach unserem gesunkenen Umwelt- und Weltbewusstsein dank einer allumfassenden Überflussgesellschaft. Zudem merkt man, dass die Autorin sich sehr viele Gedanken über "Gott und die Welt" macht, wie man so schön sagt und ihren Gedanken dabei auch gerne mal freien Lauf lässt, was ich äußerst sympathisch und nur allzu menschlich finde.
Marie Grasshoff besticht durch einen absolut tollen und bildhaften Schreibstil, der zwar zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig ist, wenn einen die Geschichte gefangen hat, wird man aber weder von Story noch von Schreibstil wieder losgelassen. Die Autorin nutzt gerne Schachtelsätze, die viele Leser stören, mich aber glücklich werden lassen, da ich selbst viel zu oft Schachtelsätze nutze und solchen Gedankengängen sehr gerne folge. Mag sein, dass ich mit dieser Meinung ziemlich allein stehe, aber ich liebe, lebe, lebe den Stil von Marie Grasshoff.

Die Figuren sind schön gezeichnet, äußerst detailliert, und man merkt, wie viel Zeit die Autorin mit den einzelnen Biografien ihrer Figuren verbracht hat. Auch wenn man hin und wieder den Eindruck gewinnt, die Frauen im Roman sind weich, haben kein Selbstbewusstsein und lassen sich von den männlichen Figuren unterbuttern, so steckt doch viel mehr dahinter, hat man erst mal das Große Ganze erfasst und die Tragweite der Ereignisse erkannt. Ich will nicht zu viel über die Charaktere schreiben, denn sonst würde ich zu viel des Inhalts preisgeben, aber am meisten hat mich die Entwicklung von Mara begeistert. Gerade sie wurde doch sehr alltäglich dargestellt mit typischen "Mädchenproblemen". Hier dachte ich hin und wieder, dass ich mal gerne mit ihr reden wollen würde, um ihr die Augen zu öffnen und sie voranzutreiben. Ja, manches Mal kam der Mutterinstinkt bei mir durch ^^

Für mich ein absolutes Highlight in 2014 und ich freue mich jetzt schon auf den Nachfolger Weltasche!


❤❤❤❤❤ von mir!

Übrigens startet nächste Woche ein neuer Blog zu Weltasche, auf dem Marie Graßhoff jede Woche ein Kapitel von Weltasche kostenlos veröffentlichen wird.

Liebste Grüse, Wolfhound

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